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Die Forstunternehmung Kunfermann Forst AG

Die Forstunternehmung wurde 2013 von Enrico Kunfermann als Einzelfirma gegründet und entwickelte sich seither stetig weiter. Heute wird der Betrieb von Enrico Kunfermann und Mauro Gartmann geführt. Im Zentrum stehen die Holzbringung mit Mobilseilkran, die Sicherheitsholzerei sowie anspruchsvolle Auflichtungsprojekte. Interview mit Mauro Gartmann, Geschäftsführer Kunfermann Forst AG

Kurz ein paar geschichtliche Hintergründe zur Forstunternehmung Kunfermann Forst AG.

Die Forstunternehmung wurde 2013 von Enrico Kunfermann als Einzelfirma gegründet. Bereits Ende des ersten Jahres beschäftigte die Firma drei Forstwarte. In den folgenden Jahren wuchs der Betrieb kontinuierlich – sowohl personell als auch im Maschinenpark, der laufend erweitert und modernisiert wurde. 2019 erfolgte die ­Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und Mauro Gartmann stieg in die Geschäftsführung ein. Heute beschäftigt die Forstunternehmung zehn Vollzeitmitarbeitende, zwei Teilzeitangestellte sowie drei Lernende.
Die Kunfermann Forst AG arbeitet mit einem Kombiseilgerät, einem Mobilseilkran, einem Rad­bagger-Prozessor sowie drei HSM Forstspezialschlepper. Ihre Spezialisierung liegt bei der Holzbringung mit Mobilseilkran, der Sicherheitsholzerei sowie bei Auflichtungsprojekten.
Dem Grundprinzip ist das Unternehmen jedoch stets treu geblieben: sicheres, sauberes und pflichtbewusstes Arbeiten.


Kombiseilgerät von Tröstl Seilkräne Türnitz. (Bilder: Fabia Meyer)

In welchen Arbeitsgebieten ist die Forstunternehmung tätig?
Hauptsächlich sind wir in der Region Mittelbünden im Einsatz. Darüber hinaus führen wir Holzschläge im gesamten Kanton Graubünden aus – unter anderem im Schanfigg, im Prättigau, in der Bündner Herrschaft sowie im Bergell.

Was sind typische Arbeiten der Kunfermann Forst AG?
Unsere Kernkompetenz liegt in der Holzernte im Seilkrangebiet. Zusätzlich führen wir sämtliche im Wald anfallenden Arbeiten aus – darunter Pflanzungen, Jungwaldpflege, Jungwuchszäune, Strassenunterhalt sowie die Bekämpfung von Neophyten.


Der TST 800 im Einsatz bei der Bergabseilung in Trans.

Welche Maschinen kommen zum Einsatz und worauf legt die Kunfermann Forst AG bei der Holzernte Wert?
Je nach Auftrag kommt die vom Auftraggeber gewünschte Maschine zum Einsatz. Dabei achten wir konsequent darauf, den verbleibenden Waldbestand und die vorhandene Infrastruktur zu schonen und Schäden so gering wie möglich zu halten.


Bergaufseilung mit einer Tagesleistung von 220 m3.

Was bedeutet für euch naturnaher Waldbau und wie beeinflusst dies eure Arbeit?
Naturnaher Waldbau bedeutet, dass sich der Wald durch Naturverjüngung selbst regenerieren kann – ohne künstliche Schutzmassnahmen oder Pflanzungen. Bei unserer Arbeit achten wir darauf, die bereits bestehende Verjüngung bestmöglich zu erhalten und zu schützen.


Der TST 800 hat eine Nutzlast von 4 t und eine Tragseilspannung von 12 t.

Betreffend Sicherheit und Zeitdruck: Was heisst das für euch?
Egal wie hoch der Leistungs- oder Zeitdruck auch sein mag, wir legen grössten Wert auf Arbeitssicherheit. Unsere oberste Priorität ist, dass jeder Mitarbeiter am Ende des Tages gesund und zufrieden nach Hause geht – Kompromisse gibt es dabei keine.


Radbagger mit Harvesterkopf von TST mit innenliegendem Kettenband für den Vorschub im Einsatz in Präz.

Mit welchen Herausforderungen wird die Forstunternehmung in den nächsten zehn Jahren konfrontiert sein?
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bilden wir selbst Lernende aus. Uns ist es ein grosses Anliegen, durch ein gutes Arbeitsklima Mitarbeiter langfristig zu binden. Dank unseres jungen Teams konnten wir in der Vergangenheit immer wieder motivierte Lehrabgänger gewinnen, was uns besonders freut. Für unsere Firma ist es zudem entscheidend, dass der Rohstoff Holz auch in Zukunft gefragt bleibt, damit die Waldbesitzer weiterhin interessiert sind, Holz zu schlagen.


MSK Anhängerversion von TST mit einer Nutzlast von 3 t.

Wo steht die Unternehmung in fünf Jahren?
Unser Ziel ist es, den aktuellen Mitarbeiterbestand langfristig zu halten und auch in Zukunft weiterhin Lernende auszubilden. Gleichzeitig planen wir, unseren Maschinenpark kontinuierlich auszubauen und zu modernisieren, um unsere Arbeit auch in den kommenden Jahren möglichst effizient und zuverlässig ausführen zu können.

Ein prägendes Erlebnis aus dem Alltag?
Für uns gibt es kein einzelnes Highlight – das Schönste am Tag ist immer wieder dasselbe: die eigene Arbeit im Wald zu sehen, zufrieden zurückzublicken und müde, aber glücklich nach Hause zu gehen. Der Teamanlass vor Weihnachten im Jahr 2025 hat mich besonders geprägt. Wir holzten wie vor 100 Jahren – mit der Axt und ganz von Hand. Es war deutlich anstrengender als heute, dafür aber ruhig und frei von Lärm.