Immer noch gilt das alte Recht „jus plantandi“ für den Besitz von Walnussbäumen. Die Gemeinde hat Privatpersonen das Recht eingeräumt, auf ihren Grundstücken Walnussbäume zu pflanzen und von deren Ertrag zu profitieren. Die Bäume im Wald gehören also Privatpersonen, auch wenn das Land gemeinschaftlich genutzt wird.

Ansicht von Osten. (Bild: R. Paravicini)

Ansicht von Norden. (Bild: R. Paravicini)
Die Jahrhundertealten Nussbäume tragen einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und deren Artenvielfalt bei. So finden zum Beispiel in Mulmhöhlen verschiede Tierarten wie Feldermäuse, Vögel und Insekten einen Lebensraum. Darunter befinden sich auch die seltenen Arten wie der Grosse Abendsegler (Nyctalus noctula), der Sperlingskauz (Aegolius funereus) sowie der sehr seltene Eremitkäfer (Osmoderma eremita).

Nussbaumhain mit Geländer zur Ausstellung des Viehs. (Bild: G. Renz)

Ansicht von Süden mit Trockenmauern. (Bild: G. Renz)
Zudem wirkt die Nuss-Selve auch aus landwirtschaftlicher sowie erholungsnutzlicher Sicht eine gewisse Attraktivität. Die naheliegenden Trockensteinmauern und der kleine Bach wirkt als schönes Landschaftsbild. Diese sollten mit möglichen Massnahmen aufgewertet werden.
In den letzten Jahren pflanzte der Forstbetrieb Brusio viele junge Nussbäume an. Um die Schäden des Weideviehs zu verhindern, wurden diese mit Einzelschützen geschützt. Denn die extensive Wiesen unter den Nussbäumen bieten den Pferden einen gute Nahrungsquelle.
Die Nussbäume haben aber auch mit einigen Krankheiten zu kämpfen, welche durch verschiedene Krankheitserregern verursacht werden. Unter anderem die Walnussfliege (Rhagoletis completa), aber auch die Tintenkrankheit machen den alten Nussbäumen zu schaffen. Die Wiesen unter den Nussbäumen benötigen eine gewisse Pflege, denn das Einjährige Berufskraut (Erigeron annuus) und der Japanische Staudenknöterich (Reynnoutria japonica) haben sich in den letzten Jahren stark bemerkbar gemacht.

Die Baumrinde. (Bild: R. Paravicini)

Einzelschutz. (Bild: R. Paravicini)
Nebst dem ökologischen und landschaftlichen Wert, besitzt die Nuss-Selve von Cotöngi ein grosses Potenzial für die Aufwertung der Walnuss selbst. Die alten Bäume produzieren hochwertige Nüsse und können als Nischenprodukt vermarktet werden.
Die Verwendung ist vielseitig, sei es vom Direktkonsum bis zur Verarbeitung zu Mehl oder Backwaren wie die Bündner Nusstorte. Ein weiteres Produkt, ist der Nocino ein alkoholhaltiges Getränk, welcher typisch für die südlichen Tälern ist.
Franco Crameri, Förster der Gemeinde Brusio; Giorgio Renz, regionaler Forstingenieur Unterengadin; Roberto Paravicini, regionaler Forstingenieur Val Poschiavo.







































































