Schon früh wusste ich, dass ich Forstwart werden möchte. Ich schnupperte nie einen anderen Beruf. In der zweiten Oberstufe konnte ich mit einem Kollegen, dem Bührer-Traktor und einer Motorsäge meines Vaters eine Stangenholzpflege für die Bürgergemeinde ausführen. Immer am Mittwochnachmittag und den ganzen Samstag gingen wir Holzen.
Als ich die Lehre endlich starten konnte, war ich happy. Jeden Abend ging ich müde und, von Kopf bis Fuss, mit Hartz bedeckt nach Hause. Bereits im zweiten Lehrjahr sagte ich meinen Eltern, dass ich mich einmal selbstständig machen möchte. Auch wollte ich nach der Lehre in die Berge, um dort holzen gehen. In der Berufsschule interessierte mich nur die Berufskunde. Trotz den nicht so prickelnden ABU-Noten durfte ich die LAP mit einer sehr guten Note abschliessen. Ich hatte Freude. Endlich war ich Forstwart.
Direkt nach dem Militär zog ich vom Thurgau ins Engadin. Ein weiterer Traum wurde wahr. Bei einem Unternehmer konnte ich endlich in den Bergen holzen. Jeden Tag konnte ich etwas Neues sehen, lernen und erleben. Alles im Wald war für mich ein Abenteuer. Ich durfte von verschiedenen Forstwarten lernen, aber ich sah auch, was man nicht machen sollte!

Hitsch Beutter. (Bilder: zVg)
Später bekam ich die Möglichkeit, Flughelfer zu werden. Mir gefiel die neue Arbeit. Neues Lernen, jeden Tag ein Abenteuer, immer im Wald und in den Bergen. Mich prägten in dieser Zeit das Teamwork und das präzise und genaue Arbeiten mit und um den Heli. Ich spezialisierte mich auf das Spezialholzen mit dem Helikopter.
Gegen Ende meiner 7-jährigen Flughelferzeit kam der Gedanke von der Selbstständigkeit im Wald wieder auf. Ich wusste schon länger, mit welcher Maschine ich gerne in die Selbstständigkeit starten wollte. Am 1. August 2014 startete ich mit der Hitschlain Gmbh. Mit Motorsäge, Jeep, Anhänger und dem RT 65 ging ich von Arbeit zu Arbeit. Im August 2015 schloss ich den Forstwart Vorarbeiter und den WS Holzhauerei Instruktor ab. Unterwegs bei verschiedenen Unternehmen und Forstbetrieben konnte ich mein Wissen in der Holzhauerei und dem Rücken vertiefen. Ich konnte bei vielen Forstwarten was Gutes abschauen oder dazulernen. Die Motivation, immer gute und perfekte Arbeit zu erledigen, trieb mich vorwärts.
Die Anstellung eines Forstwartes war eine neue Herausforderung. Ich freute mich, dass wir nun als Team auftreten konnten. So bekam ich Unterstützung mit der zunehmenden Arbeit. Gleichzeitig kam die Angst. Angst, zu wenig Arbeit zu haben und als Chef zu versagen.

Spezialholzhauerei an der RhB.
Dank der immer steigenden Zwangsnutzungen und der Spezialisierung auf Spezialholzhauerei, Sicherheitsholzhauerei oder Arbeiten am Seil, hatten wir immer genug Arbeit. Mit dem Kauf eines kleinen Forwarders, Malwa 560 F, konnten wir unsere Dienstleistungen erweitern. Rücken auf schmalen Wegen oder Käfer- und Streuschäden zusammenführen, gehören zu unserer Tätigkeit.
Als Holzhauerei-Instruktor bin ich viel mit Lernenden unterwegs. Ich zeige gerne, wie unser Handwerk funktioniert und auch, dass der Wald und unsere Arbeit eine Zukunft haben. Holzen ist nicht einfach Holzen. Es ist Leidenschaft, Präzision und eine Herausforderung, saubere unfallfreie Arbeit zu erledigen. Als Prüfungsexperte an der QV der Forstwarte sehe ich immer wieder das Resultat der Ausbildung. So sehe ich, was man in der Ausbildung noch verbessern kann. Was ich leider auch sehe, ist, dass die jungen Forstwarte den «Biss», die Motivation und den Stolz für unsere Arbeit nicht mehr haben. Wir müssen die jungen Forstwarte fordern, fördern und motivieren, denn unsere Branche braucht gute Forstwarte.
Während dem Aufbau meines kleinen Forstunternehmens hatte ich immer die Unterstützung meiner Frau. Sie macht die Löhne und das Büro oder hilft z. B. beim Verschieben des Forwarders. Zu Hause schaut sie den drei Töchtern und arbeitet Teilzeit als Lehrerin. Neben dem Unternehmersein bin ich auch Vater. Das lange und viele Arbeiten ist nicht immer einfach unter einen Hut zu bekommen. So ist es auch schon vorgekommen, dass ich beim Gutenachtgeschichte erzählen selbst eingeschlafen bin.

Heli Logging.
Grundsätzlich gehe ich an Samstagen nicht arbeiten. Falls es aber doch was Kleines in der Werkstatt gibt oder eine Reko einer Arbeit ansteht, nehme ich die Kinder mit. Ich zeige den Kindern gerne, was ich arbeite und wieso wir jeden Tag Essen auf dem Tisch haben, und warum Papi manchmal beim Geschichten erzählen einschläft. Als die eine Tochter im Forwarder mitfuhr und sagte: «Papi, mach noch einen Stamm auf die Ladung, dann gibt uns der Mann (Förster) nochmals ein Bätzäli für die Ferien», wusste ich, dass sie verstanden hatte, was ich mache. Es ist nicht nur eine Arbeit, ich arbeite für meine Familie.
Diesen Sommer dürfen wir unser 10-jähriges Firmenjubiläum feiern. Es ist für mich nicht selbstverständlich, dass ich meine Leidenschaft schon so lange ausleben darf. Dank der guten Zusammenarbeit konnten wir als Forstunternehmen immer wieder spannende und herausfordernde Arbeiten ausführen und uns weiterentwickeln. Vielen Dank für das Vertrauen.
Hitsch Beutter ist Inhaber der Hitschlain GmbH. Ein Forstunternehmen, welches sich auf Spezialholzerei spezialisiert hat.







































































